Professurenmodelle

Erprobte Professurenmodelle

Es werden drei neue Professurenmodelle erprobt, die Transfer, Gründung und internationale Vernetzung als gleichwertige Aufgaben neben Forschung und Lehre verankern.

Im Pilotvorhaben können Professorinnen und Professoren über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren Vernetzungs- und Transferaufgaben in gleicher Weise wahrnehmen wie Forschungs- und Lehraufgaben. Alle Modelle sind zunächst zeitlich befristet und sichern die Weiterführung der universitären Kernaufgaben.

Ziel der Professurenmodelle: Strategische Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

Transfer
Entrepreneurial Professorship
Vernetzung
Global Network Professorship
Innovation
Industry Bridge Professorship

Empfehlungen der EU-Kommission als Orientierungsrahmen

Die drei Professurenmodelle greifen zentrale Empfehlungen der Europäischen Kommission zu Wissenstransfer, geistigem Eigentum und Co-Creation auf und übersetzen sie in konkrete dienstrechtliche Modelle.

2008

2008/416/EG  IP & Transfer

Kernforderung: Hochschulen sollen öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse aktiv verwerten, insbesondere durch Lizenzvergabe und Spin-offs.

Mechanismus: Ein Code of Practice verpflichtet Einrichtungen zu professionellen IP-Politiken und zu Anreizen für Forschende, sich am Wissenstransfer zu beteiligen.

Entrepreneurial Professorship
Übersetzt in
2023

2023/499 — Intellectual Assets

Kernforderung: Einrichtungen sollen nicht nur Patente, sondern alle intellektuellen Assets (z. B. Daten, Know-how) strategisch managen und verwerten.

Mechanismus: In gemeinsamen F&I-Aktivitäten sollen Eigentum und Nutzungsrechte früh und fair geklärt werden, auch im Kontext von Open Science.

Global Network Professorship
Übersetzt in
2024

2024/774 — Co-Creation

Kernforderung: Wissenschaft und Industrie sollen Wissen gemeinsam erzeugen.

Mechanismus: Organisationen sollen Anreize für ihr Personal setzen, sich in Co-Creation zu engagieren, und den gemeinsam geschaffenen Wert fair teilen.

Industry Bridge Professorship
Übersetzt in
Modell 01

Entrepreneurial Professorship

Die Entrepreneurial Professorship ermöglicht Professorinnen und Professoren, gezielt Deep-Tech-Gründungen und Geschäftsführungsrollen zu übernehmen, um wissenschaftliche Erkenntnisse als Teil ihrer Dienstaufgaben in wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendungen zu überführen.

Aktuelle Hürden

  • Gründungen nur als Nebentätigkeitmöglich
  • Fehlanreize bei Lehrreduktion; Gründungsfreisemester oft zu kurz
  • Hoher Prüfaufwand durch Einzelfallentscheidungen
  • Rechtliche Hürden bei Beihilfen, IP und Arbeitnehmererfindungen
  • Kulturelle Vorbehalte innerhalb der Hochschulen
Modell 02

Global Network Professorship

Die Global Network Professorship ermöglicht eine gemeinsame Berufung und Beschäftigung an der TUM mit einer (inter)nationalen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung. Professorinnen und Professoren können gleichzeitig und anteilig an beiden Einrichtungen tätig sein.

Aktuelle Hürden

  • Nationale & internationale Mehrfachzugehörigkeit unvergütet: Zweitzugehörigkeit nur nachrangig zur Erstuniversität
  • Lehrdeputat: Externe Lehre nicht anrechenbar
  • Eingeschränkter Infrastruktur- & Drittmittelzugang ohne Doppelaffiliation: geringere Attraktivität für internationale Spitzenkräfte
Modell 03

Industry Bridge Professorship

Die Industry Bridge Professorship kombiniert eine Professur an der TUM mit einer gleichzeitigen oder zeitweisen Tätigkeit in einem etablierten Unternehmen, um Transfer und Innovation direkt in die Wirtschaft zu bringen.

Aktuelle Hürden

  • Beurlaubung nicht ruhegehaltfähig oder im dienstlichen Interesse (Art. 93 BayBeamtG)
  • Vertretungsmöglichkeiten begrenzt nach BayHIG
  • Nebentätigkeit begrenzt auf max. 10 Std./Woche (Art. 81 ff. BayBeamtG)
  • Unsicherheiten bei Rückkehr: Büroflächen, Personal

Auswahl, Begleitung und Evaluation der Professurenmodelle erfolgen durch unabhängige Expertenkommissionen mit Vertreterinnen und Vertretern führender internationaler Partneruniversitäten.