Professurenmodelle

Erprobte Professurenmodelle

Im Pilotvorhaben werden drei Professurenmodelle entwickelt und erprobt. Sie sollen rechtssichere Rahmenbedingungen für Transfer, Gründung und internationale Mehrfachaffiliationen schaffen.

Im Pilotvorhaben können Professorinnen und Professoren über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren Vernetzungs- und Transferaufgaben in gleicher Weise wahrnehmen wie Forschungs- und Lehraufgaben. Alle Modelle sind zunächst zeitlich befristet und sichern die Weiterführung der universitären Kernaufgaben.

Modell 01

Entrepreneurial Professorship

Die Entrepreneurial Professorship ermöglicht Professorinnen und Professoren, gezielt Deep-Tech-Gründungen und Geschäftsführungsrollen zu übernehmen, um wissenschaftliche Erkenntnisse als Teil ihrer Dienstaufgaben in wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendungen zu überführen.

Erforderliche Anpassungen

  • Definition von Gründung und Geschäftsführung als genehmigungsfreie Dienstaufgabe (analog Art. 59 Abs. 1 Satz 1 BayHIG)
  • Anpassung des Nebentätigkeitsrechts (Art. 81–85 BayBeamtG, BayHSchLNV)
  • Standardisierung von IP- und Arbeitnehmererfinderregelungen
  • Flexibilisierung von Gründungsfreisemestern

Erwartete Wirkung

Beschleunigte Validierung von Forschungsergebnissen, erhöhte Drittmitteleinwerbung durch Industrie-Kofinanzierung sowie höhere Attraktivität im Tenure-Track.

Modell 02

Global Network Professorship

Die Global Network Professorship ermöglicht eine gemeinsame Berufung und Beschäftigung an der TUM mit einer (inter)nationalen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung. Professorinnen und Professoren können gleichzeitig und anteilig an beiden Einrichtungen tätig sein.

Erforderliche Anpassungen

  • Geteilte oder anteilige Professuren mit Kooperations- und Erstattungsvereinbarungen
  • Standardisierte Rahmenverträge für nationale und internationale Mehrfachzugehörigkeiten
  • Gegenseitige Anrechnung von Lehrdeputaten
  • Vergütete Joint Appointments und Lockerung des strikten Trennungsgebots

Erwartete Wirkung

Stärkung der internationalen Sichtbarkeit der TUM, vereinfachter Wissens- und Personalaustausch mit führenden Partnerinstitutionen sowie nachhaltige Kooperation durch gemeinsame Berufungen.

Modell 03

Industry Bridge Professorship

Die Industry Bridge Professorship kombiniert eine Professur an der TUM mit einer gleichzeitigen oder zeitweisen Tätigkeit in einem etablierten Unternehmen, um Transfer und Innovation direkt in die Wirtschaft zu bringen.

Erforderliche Anpassungen

  • Zeitweilige Teilzeitprofessuren mit Rückkehr-, Ausstattungs- und Versorgungssicherheit
  • Anerkennung von Beurlaubungen für Unternehmenstätigkeiten als dienstliches Interesse (Art. 93 BayBeamtG)
  • Standardisierte Rahmenverträge zwischen Universität und Unternehmen
  • Aufhebung oder Flexibilisierung der Nebentätigkeitsobergrenze (Art. 81 ff. BayBeamtG)

Erwartete Wirkung

Erhöhter Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Stärkung der Innovationskraft etablierter Unternehmen sowie schnellerer Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen.

Auswahl, Begleitung und Evaluation der Professurenmodelle erfolgen durch unabhängige Expertenkommissionen mit Vertreterinnen und Vertretern führender internationaler Partneruniversitäten.